Fachbeitrag
Wasserdichtigkeitsprobleme bei Skijacken: 7 Punkte zur Prüfung
Eine Skijacke kann sich nass anfühlen, obwohl kein Wasser durch das Hauptmaterial gedrungen ist. Der Oberstoff kann sich vollgesogen haben, Schweiß kann innen kondensiert sein oder Wasser ist über eine unvollständig abgedichtete Naht beziehungsweise ein anderes Konfektionsdetail eingetreten.

Eine Skijacke kann sich nass anfühlen, obwohl ihre wasserdichte Schicht nicht undicht ist. Möglicherweise hat sich der Oberstoff vollgesogen, Feuchtigkeit ist innen kondensiert oder Wasser ist über eine unvollständig abgedichtete Naht, abgelöstes Nahtband oder einen Reißverschluss eingetreten.
Diese Fälle werden häufig mit derselben Aussage gemeldet: „Die Jacke ist undicht.“ Für Beschaffungs- und Produktentwicklungsteams ist diese Beschreibung nicht präzise genug. Jede Fehlerart erfordert andere Nachweise und andere Korrekturmaßnahmen.
Eine höhere Wassersäule behebt keine schwache Oberflächenabweisung. Der Wechsel der Membran korrigiert keine lückenhafte Nahtabdichtung. Bevor die Materialspezifikation geändert wird, muss geklärt werden, wo die Feuchtigkeit aufgetreten ist und welcher Teil des Bekleidungssystems versagt hat.
1. Eine Skijacke kann „versagen“, ohne tatsächlich undicht zu sein
Drei technisch unterschiedliche Zustände werden häufig als Undichtigkeit bezeichnet.
**Durchnässung des Oberstoffs**
Der Oberstoff wird dunkel und saugt sich voll, weil sich Wasser in der textilen Struktur verteilt, statt in Tropfen auf der Oberfläche zu bleiben. Die Jacke kann schwerer und kälter wirken. Das beweist jedoch nicht, dass Wasser durch die Membran gedrungen ist.
**Kondensation im Inneren**
Futter oder Innenseite fühlen sich bei Aktivität feucht an, ohne dass sich eine eindeutige Eintrittsstelle feststellen lässt. Schweiß kann im Bekleidungssystem schneller kondensieren, als die Feuchtigkeit nach außen transportiert wird.
**Tatsächlicher Wasserdurchtritt**
Wasser tritt an einer klar begrenzten Stelle auf oder dringt durch das Außenmaterial. Die Ursache kann im Gewebe, Laminat, in einer Naht, im Nahtband, Reißverschluss oder einem anderen Konstruktionsdetail liegen.
Ort und Verlauf der Feuchtigkeit liefern wichtige Hinweise. Großflächige Nässe am Rücken bei hoher körperlicher Aktivität deutet auf eine andere Ursache hin als eine schmale nasse Linie entlang einer abgedichteten Naht.
Fotos, Wetterbedingungen, Aktivitätsniveau, Waschhistorie und das betroffene Kleidungsstück sollten gesichert werden, bevor das Team von einem Fehler des Grundmaterials ausgeht.
2. DWR-Versagen: Warum Wasser nicht mehr abperlt
Eine dauerhaft wasserabweisende Ausrüstung verändert das Oberflächenverhalten des Oberstoffs. Sie unterstützt die Tropfenbildung und das Abrollen des Wassers, statt dass es sich rasch in der Garnstruktur verteilt.
DWR-Leistung und Wasserdichtigkeit der Membran sind nicht dieselbe Eigenschaft.
Bei einem laminierten oder beschichteten Skijackenmaterial beruht der Widerstand gegen Wasserdurchtritt in der Regel auf der Membran oder Beschichtung. Die DWR-Ausrüstung steuert die Oberflächenbenetzung.
CC Textile hat Fälle untersucht, in denen die anfängliche Wasserabweisung unzureichend war. Erreicht ein Material die vereinbarte Anfangsbewertung nicht, sollten unter anderem folgende Punkte geprüft werden:
* Chemie und Auftragsmenge des wasserabweisenden Mittels;
* Gleichmäßigkeit des Auftrags;
* Trocknungs- und Fixierbedingungen;
* Verträglichkeit mit Faserzusammensetzung und Färbeverfahren;
* Wechselwirkung mit weiteren Ausrüstungen;
* Verunreinigung bei späterer Handhabung oder Verarbeitung.
AATCC 22 bewertet die Beständigkeit gegen Oberflächenbenetzung durch einen Sprühtest. Für geeignete Entwicklungsprojekte mit Skijackenmaterialien verwendet CC Textile unter anderem folgende Anforderung:
* AATCC-22-Anfangsbewertung: 100
* AATCC-22-Bewertung nach 10 Wäschen: mindestens 80
Dies ist eine projektspezifische Leistungsanforderung und keine Spezifikation für sämtliche Materialien von CC Textile. Anfangsbewertung, Anzahl der Waschzyklen und Restbewertung sind für jeden Auftrag festzulegen.
Auch das Waschprotokoll muss definiert werden. Waschmittel, Temperatur, Programm, Trocknungsverfahren und eine gegebenenfalls zulässige Wärmebehandlung können das Ergebnis beeinflussen. Die Angabe „nach 10 Wäschen“ ist unvollständig, wenn das Waschverfahren nicht dokumentiert ist.
Ein durchnässter Oberstoff kann dazu führen, dass sich die Jacke kalt und schwer anfühlt. Zudem kann der Feuchtigkeitstransport im Bekleidungssystem beeinträchtigt werden. Dennoch gilt:
**Ein durchnässter Oberstoff bedeutet nicht automatisch, dass die Membran undicht ist.**
### C0-DWR und PFAS-Anforderungen
C0-DWR ist eine gängige Handelsbezeichnung für eine nicht fluorierte wasserabweisende Ausrüstungsroute. Sie bezeichnet keine Leistungsklasse. Der Begriff allein ist daher kein Nachweis dafür, dass sämtliche PFAS-bezogenen Anforderungen erfüllt sind.
Verlangt ein Projekt, dass PFAS nicht absichtlich zugesetzt werden, sollten Käufer und Lieferant Folgendes vereinbaren:
* Chemikaliendokumentation;
* Produktionskontrollen;
* Prüfumfang;
* Prüfverfahren;
* Proben- oder Chargenidentität;
* Nachweis- und Berichtsgrenzen.
Ein als ND gemeldetes Ergebnis gilt für die untersuchte Probe und das verwendete Verfahren. Es darf weder als absoluter Nullwert verstanden noch automatisch auf andere Produkte, Produktionschargen oder künftige Aufträge übertragen werden.
3. Wasserdicht und trotzdem innen nass?
Feuchtigkeit in einer Skijacke bedeutet nicht automatisch, dass Regen oder Schmelzwasser durch das Material gedrungen ist.
Beim Skifahren kann der Körper mehr Feuchtigkeit erzeugen, als das gesamte Bekleidungssystem abführen kann. Gelangt diese Feuchtigkeit in einen kälteren Bereich der Jacke und kondensiert dort, können sich Futter oder Innenseite nass anfühlen, obwohl die wasserdichte Schicht intakt ist.
Mehrere Messgrößen können relevant sein, beantworten jedoch unterschiedliche Fragen.
**Wassersäule** bewertet unter festgelegten Prüfbedingungen den Widerstand gegen das Eindringen von flüssigem Wasser.
**MVTR** misst den Wasserdampfdurchgang mit einem definierten Verfahren und unter festgelegten Klimabedingungen.
**RET** beschreibt den Widerstand gegen evaporativen Wärmeverlust. Ein niedrigerer Wert weist unter den angegebenen Prüfbedingungen im Allgemeinen auf einen geringeren Widerstand hin.
**Luftdurchlässigkeit** misst den Luftstrom durch das Material bei einer definierten Druckdifferenz.
CC Textile hat bei entsprechenden Projekten Luftdurchlässigkeitsprüfungen eingesetzt, um die Winddichtigkeit zu bewerten und Kundenspezifikationen zu erfüllen. Der Grenzwert ist kundenspezifisch; ein einheitlicher Wert darf daher nicht auf alle Skijackenmaterialien angewendet werden.
Luftdurchlässigkeit ist zudem nicht mit Wasserdampfdurchgang gleichzusetzen. Ein niedriger Wert kann eine Anforderung an die Winddichtigkeit unterstützen, belegt für sich allein aber weder Wasserdichtigkeit noch Feuchtigkeitsmanagement oder den Tragekomfort des fertigen Kleidungsstücks.
Ist Feuchtigkeitsmanagement ein Freigabekriterium, muss es durch ein vereinbartes Prüfverfahren und tatsächliche Messdaten belegt werden. Es darf nicht allein aus Membrantyp, Wassersäule oder Luftdurchlässigkeit abgeleitet werden.
Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Isolation, Basisschichten, Belüftungsmöglichkeiten der Jacke und Aktivitätsniveau beeinflussen die Kondensation im Gebrauch.
4. Warum 10.000 mm oder 20.000 mm nicht die ganze Aussage liefern
Angaben wie 10.000 mm oder 20.000 mm beziehen sich meist auf die in Millimetern Wassersäule ausgedrückte hydrostatische Beständigkeit. Sie beschreiben den Widerstand gegen Wasserdurchtritt, gelten jedoch nur unter den angegebenen Prüfbedingungen.
In geeigneten Entwicklungsprojekten von CC Textile wurde für dreilagige Materialien ein Zielwert von etwa 20.000 mmH₂O verwendet. Zu diesen Aufbauten gehörten:
* ein gewebter Oberstoff aus Polyamid oder Polyester;
* eine Funktionsmembran;
* ein in den Verbund einlaminierter Gewirkerücken.
Dies ist ein Projektbeispiel. Es bedeutet nicht, dass jedes von CC Textile gelieferte 3L-Material dieselbe Spezifikation besitzt.
Der hervorgehobene Wert sagt nicht aus:
* welches Prüfverfahren angewendet wurde;
* ob es sich um einen Mindest-, Mittel- oder typischen Wert handelt;
* wie viele Proben geprüft wurden;
* aus welchen Bereichen der Warenbahn die Proben stammten;
* ob das Material vor oder nach dem Waschen geprüft wurde;
* ob es zuvor geknickt, gescheuert oder gealtert wurde;
* ob Nähte und fertiges Kleidungsstück geprüft wurden.
Ein 3L-Material kann im Labor etwa 20.000 mmH₂O erreichen, während die fertige Jacke dennoch an einer lückenhaft abgedichteten Naht undicht ist. Ebenso kann sich der Oberstoff vollsaugen, obwohl die Membran weiterhin dem Wasserdurchtritt widersteht.
Eine höhere Wassersäule ist deshalb keine vollständige Antwort auf die Frage: „Warum hat die Skijacke versagt?“
Die angemessene Anforderung hängt vom vorgesehenen Kleidungsstück, Materialaufbau, Pflegeverfahren und angestrebten Leistungsprofil ab. Einkäufer sollten die vollständigen Prüfbedingungen vergleichen und nicht nur den höchsten Wert im technischen Datenblatt.
5. Fehler bei Laminierung und Membran
CC Textile hat zwei- und dreilagige sowie beschichtete Materialien für entsprechende Outdoor-Bekleidung entwickelt oder geliefert. Diese Aufbauten erfordern unterschiedliche Bewertungswege.
**Zweilagiger Aufbau**
Der gewebte Oberstoff wird mit einer Funktionsschicht verbunden. Zum Schutz der Innenseite wird in der Regel ein separates Futter in der Jacke verarbeitet.
**Dreilagiger Aufbau**
Oberstoff, Funktionsmembran und textile Abseite werden zu einem einzigen Verbundmaterial laminiert.
**Beschichtetes Material**
Eine Funktionsbeschichtung wird direkt auf das textile Trägermaterial aufgebracht, statt einen dreilagigen Verbund herzustellen.
PU- und TPU-Systeme sind am Markt verbreitet. Die Materialbezeichnung allein bestimmt jedoch nicht die Haltbarkeit des Laminats. Die Leistung hängt außerdem ab von:
* Auswahl und Auftrag des Klebstoffs;
* Laminiertemperatur und -druck;
* Aushärtungsbedingungen;
* Verträglichkeit mit Farbstoffen und Ausrüstungschemikalien;
* Gleichmäßigkeit von Film oder Beschichtung;
* Bewegungen zwischen den einzelnen Lagen;
* Waschen, Knicken, Wärme und Alterung.
Mögliche Warnzeichen sind Blasen, lokale Ablösungen, Abschälen, Risse, sichtbare Kanäle oder eine unerwartete Veränderung des Griffs.
Manche Laminierfehler treten lokal und nicht durchgängig auf. Eine kleine Laborprobe kann die Prüfung bestehen, während an einer anderen Position über die Warenbreite ein Haftungsproblem besteht. Daher sind repräsentative Probenahmen und eine Kontrolle über die volle Breite relevant.
Der Prüfplan kann Wassersäulenprüfungen vor und nach einer vereinbarten Behandlung, Verbundhaftung, Knickbeanspruchung, Alterung und Sichtkontrolle umfassen. Verfahren und Grenzwerte müssen projektbezogen festgelegt werden und dürfen nicht allein aus Bezeichnungen wie 2L, 3L, PU oder TPU abgeleitet werden.
Auch die Verträglichkeit mit Nahtband sollte frühzeitig geprüft werden. Beim Aufbringen des Bandes wird das Laminat Wärme, Druck und einer bestimmten Einwirkzeit ausgesetzt. Ein Material kann die Prüfung als Rollenware bestehen und dennoch für das ausgewählte Band oder die Abdichtparameter der Konfektion ungeeignet sein.
6. Warum die Leistung nach dem Waschen nachlässt
Erstprüfungen beschreiben neues Material. Sie zeigen nicht, wie sich Oberflächenausrüstung, Laminat und Bekleidungskomponenten nach wiederholter Pflege verhalten.
Waschen kann verschiedene Bereiche der Jacke unterschiedlich beeinflussen:
* Die DWR-Wirkung kann nachlassen;
* Rückstände können die Oberflächenbenetzung verändern;
* Wärme und mechanische Beanspruchung können das Laminat beeinträchtigen;
* die Haftung des Nahtbandes kann schwächer werden;
* Oberstoff, Abseite und Band können sich unterschiedlich bewegen oder einlaufen;
* ungeeignete Pflegebedingungen können die Ausrüstungschemie beeinflussen.
Weniger Abperlen nach der Wäsche bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Membran versagt hat. Die AATCC-22-Bewertung kann sinken, während die hydrostatische Beständigkeit erhalten bleibt.
Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Ein akzeptables Abperlverhalten schließt einen lokalen Fehler im Laminat, an der Naht oder am Reißverschluss nicht aus.
Bei der Bewertung nach der Wäsche sind die untersuchten Eigenschaften getrennt zu prüfen:
1. Oberflächenbenetzung mit dem vereinbarten Sprühtest prüfen.
2. Hydrostatische Beständigkeit separat messen.
3. Laminat auf Blasen, Ablösungen oder Griffveränderungen untersuchen.
4. Nahtbandhaftung an einem repräsentativen Kleidungsstück kontrollieren.
5. Vollständiges Wasch- und Trocknungsverfahren dokumentieren.
Für die zuvor beschriebene Projektanforderung von CC Textile gilt als Ziel eine AATCC-22-Anfangsbewertung von 100 und mindestens 80 nach 10 Wäschen gemäß dem vereinbarten Protokoll.
Andere Projekte können abweichende Bewertungen oder mehr Waschzyklen verlangen. Ein Ergebnis darf nicht automatisch auf jede Farbe, Konstruktion oder Ausrüstungsroute übertragen werden.
7. Das Material hat bestanden – warum versagt die Jacke trotzdem?
Materialprüfungen bewerten ein textiles Flächengebilde unter kontrollierten Bedingungen. Eine Skijacke bringt viele mögliche Wassereintrittsstellen hinzu:
* Nadellöcher;
* Nahtzugaben;
* Nahtkreuzungen;
* Nahtband;
* Reißverschlüsse;
* Taschenöffnungen;
* Kapuzen- und Kragenkonstruktion;
* Kordelaustritte;
* Ärmelabschlüsse und Säume;
* Übergänge zwischen unterschiedlichen Materialien.
CC Textile hat Bekleidungsprobleme untersucht, bei denen Nähte unvollständig abgedichtet waren oder sich das Nahtband anhob beziehungsweise ablöste. Eine höhere Wassersäule des Grundmaterials würde keines dieser Probleme beheben.
### Unvollständige Nahtabdichtung
Deckt das Nahtband Nadellöcher oder Nahtzugabe nicht vollständig ab, kann Wasser über den ungeschützten Bereich eindringen.
Rundungen, dicke Nahtkreuzungen und schmale Konstruktionsbereiche lassen sich oft schwerer gleichmäßig abdichten. Die Konfektion sollte Lage und Abdeckung des Bandes prüfen und nicht nur feststellen, ob ein Band vorhanden ist.
### Anheben oder Ablösen des Nahtbandes
Die Haftung des Bandes hängt von mehreren miteinander verknüpften Faktoren ab:
* Verträglichkeit von Band und Laminat;
* Beschaffenheit der Materialinnenseite;
* Abdichttemperatur;
* Druck;
* Einwirkzeit;
* Maschinenzustand;
* Nahtdicke und -form;
* Abkühlung und Handhabung nach dem Aufbringen;
* Wasch- und Pflegebedingungen.
Ein Band, das auf einem laminierten Material funktioniert, kann bei denselben Einstellungen auf einem anderen versagen. Verträglichkeitsversuche sollten mit dem tatsächlichen Materialaufbau, dem gewählten Nahtband und in der vorgesehenen Konfektionsstätte durchgeführt werden.
### Reißverschlüsse und weitere Konstruktionspunkte
Wasser kann auch über einen Reißverschluss, eine Taschenöffnung oder einen Befestigungspunkt eintreten. Die richtige Lösung hängt von Reißverschlusstyp, Abdeckleistenkonstruktion, Nahtgestaltung und erwarteter Exposition ab.
Ein Materialprüfbericht kann diese Bereiche der Jacke nicht validieren. Ist der Nässeschutz entscheidend, kann zusätzlich zur Materialprüfung ein Regentest am Kleidungsstück oder eine andere vereinbarte Bewertung erforderlich sein.
Eine bestandene Rollenwarenprüfung beweist nicht, dass die Bekleidung korrekt verarbeitet wurde. Eine undichte Jacke beweist ebenso wenig automatisch, dass das Grundmaterial fehlerhaft ist.
Fehlercheckliste für Beschaffungsteams
### Fehlerbild definieren
* Handelt es sich um Oberstoffdurchnässung, innere Feuchtigkeit oder bestätigten Wasserdurchtritt?
* Wo tritt die Feuchtigkeit zuerst auf?
* Entsteht sie bei hoher Aktivität, Regenbelastung, nach dem Waschen oder bei normaler Lagerung?
* Ist das Problem großflächig oder auf eine Naht, einen Reißverschluss oder ein Teil begrenzt?
### Materialspezifikation prüfen
* Faserzusammensetzung
* Konstruktion
* Flächengewicht
* Nutzbreite
* Elastizität
* Ausrüstungsroute
* Laminataufbau
* Anforderungen im Neuzustand und nach der Wäsche
### Prüfbedingungen bestätigen
* AATCC-22-Anfangsbewertung
* AATCC-22-Restbewertung nach den vereinbarten Waschzyklen
* Wassersäulenverfahren und Grenzwert
* Verfahren, Einheit und Kundengrenzwert der Luftdurchlässigkeit
* Anzahl und Entnahmestelle der Proben
* Prüfung im Ausgangszustand oder nach Behandlung
### Laminat kontrollieren
* Gleichmäßigkeit der Verbindung
* Blasen oder lokale Ablösungen
* Abschälen oder Rissbildung
* Veränderungen nach Waschen oder Knicken
* Schwankungen über die Nutzbreite
### Konfektion prüfen
* Verträglichkeit des Nahtbandes
* Bandlage und -abdeckung
* Abdichttemperatur, Druck und Einwirkzeit
* Rundungen und voluminöse Nahtkreuzungen
* Reißverschlüsse und Taschenöffnungen
* Bandhaftung nach dem Waschen
* Prüfung am fertigen Kleidungsstück, soweit erforderlich
### Serienproduktion vorbereiten
* Freigegebene Material- und Bekleidungsstandards aufbewahren.
* Bestätigen, dass Serienfarben derselben geprüften Ausrüstungsroute folgen.
* Chargenkennzeichnung und Prüfhäufigkeit festlegen.
* Parameter der Nahtabdichtung und Prüfkriterien dokumentieren.
* Prüfberichte einschließlich Verfahren und Probenidentität sichern.
* Ein Ergebnis nicht ohne Verifizierung auf andere Farben, Konstruktionen oder künftige Chargen übertragen.
Fazit
Skijacken können aus unterschiedlichen Gründen versagen. Der Oberstoff kann sich wegen unzureichender DWR-Wirkung vollsaugen. Bei Aktivität kann Feuchtigkeit innen kondensieren. Ein Laminat kann seine Integrität verlieren, oder die fertige Jacke ist durch eine unvollständige Nahtabdichtung, abgelöstes Band oder die Reißverschlusskonstruktion undicht.
Diese Probleme lassen sich nicht mit einer einzigen höheren Wasserdichtigkeitszahl lösen.
Die Untersuchung sollte damit beginnen, die Feuchtigkeit zu lokalisieren, Oberflächenbenetzung und Wasserdurchtritt voneinander zu trennen und die Konfektion gemeinsam mit den Materialdaten zu prüfen. Außerdem sind die Anfangsergebnisse mit der Leistung nach dem vereinbarten Waschverfahren zu vergleichen.
Verfügt ein Käufer über ein beanstandetes Kleidungsstück, eine Materialprobe, Produktfotos, einen Prüfbericht oder eine Zielspezifikation, kann CC Textile die vorhandenen Informationen prüfen und einen geeigneten Entwicklungs- und Prüfweg einschätzen. Vor der Serienfreigabe sind die endgültigen Anforderungen für das vorgesehene Kleidungsstück, den ausgewählten Aufbau, das Ausrüstungsverfahren und die vereinbarten Prüfmethoden zu bestätigen.
Häufig gestellte Fragen
Bedeutet ein durchnässter Oberstoff, dass die Membran einer Skijacke versagt hat?
Nein. Der Oberstoff nimmt Wasser auf, statt es wirksam abperlen zu lassen. Die Membran kann dem Wasserdurchtritt weiterhin widerstehen. DWR-Leistung und hydrostatische Beständigkeit müssen getrennt geprüft werden.
Garantiert eine Wassersäule von 20.000 mmH₂O, dass die fertige Skijacke nicht undicht wird?
Nein. Der Wert beschreibt die Materialleistung unter den Bedingungen einer bestimmten Wassersäulenprüfung. Er bestätigt weder die Abdeckung durch das Nahtband noch Reißverschlusskonstruktion, Verarbeitung oder Leistung nach Wäsche und Gebrauch.
Welche AATCC-22-Bewertung ist für Skijackenmaterial nach der Wäsche geeignet?
Die Anforderung ist für jedes Projekt zu vereinbaren. Bei einem Entwicklungsweg von CC Textile gilt eine AATCC-22-Anfangsbewertung von 100 und mindestens 80 nach 10 Wäschen gemäß dem abgestimmten Waschprotokoll als Ziel.
Warum kann eine Skijacke undicht sein, obwohl das Material die Prüfung bestanden hat?
Wasser kann über unvollständig abgedichtete Nähte, abgelöstes Nahtband, Nadellöcher, Reißverschlüsse, Taschenöffnungen oder andere Konfektionsdetails eindringen. Eine Materialprüfung validiert nicht den gesamten Jackenaufbau; deshalb können zusätzlich Prüfungen am Prototyp und am fertigen Kleidungsstück erforderlich sein.