Fachbeitrag
PU-beschichteter Stoff vs. TPU-Laminat: Was Einkäufer vergleichen sollten
PU-beschichtete Stoffe und TPU-Laminate können beide für wasserdichte Jacken eingesetzt werden, unterscheiden sich aber im Aufbau. Einkäufer sollten Konstruktion, Gewicht, Griff, Geräusch, Rückseitenschutz, Nahtabdichtung und Prüfanforderungen vergleichen – nicht nur die Wassersäule.

Wenn ein Einkäufer einen **wasserdichten Stoff** anfragt, kann sich dahinter ein völlig unterschiedlicher Materialaufbau verbergen.
Ein Lieferant bietet vielleicht einen leichten Webstoff mit PU-Beschichtung auf der Rückseite an.
Ein anderer empfiehlt einen Oberstoff, der mit einer TPU-Membran laminiert wird.
Beide Varianten können die geforderte Wassersäule erreichen.
Trotzdem sind sie nicht automatisch austauschbar.
Der Vergleich **PU-beschichteter Stoff vs. TPU-laminierter Stoff** betrifft deutlich mehr als nur die Wasserdichtigkeit.
Unterschiede können sich zeigen bei:
- Fertiggewicht
- Griff
- Raschelgeräusch
- Fall
- Packmaß
- Wasserdampfdurchgang
- Schutz der Rückseite
- Verhalten beim Nahtabdichten
- Waschbeständigkeit
- Produktionskosten
- Konstruktion der fertigen Jacke
Bei der Entwicklung einer Outdoorjacke sollte die wasserdichte Schicht deshalb immer zusammen mit dem Oberstoff und dem Bekleidungsaufbau ausgewählt werden.
CC Textile entwickelt PU-beschichtete Gewebe, TPU-Membranlaminate sowie 2-Lagen- und 3-Lagen-Konstruktionen. In der Praxis entscheiden wir uns nicht allein deshalb für ein System, weil es eine bestimmte Wassersäule erreichen kann.
Ausgangspunkt ist die fertige Jacke.
PU-Beschichtung und TPU-Laminierung sind unterschiedliche Konstruktionen
PU-Beschichtung und TPU-Laminierung werden gelegentlich so behandelt, als wären sie lediglich zwei gleichwertige Wege zur Wasserdichtigkeit.
Technisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Materialaufbauten.
Bei einem PU-beschichteten Stoff wird Polyurethan direkt auf den Stoff aufgetragen, in der Regel auf die Rückseite des Oberstoffs.
Bei einem TPU-Laminat wird dagegen eine separate TPU-Membran mit dem Textil verbunden.
Dieser konstruktive Unterschied beeinflusst sowohl die Verarbeitung als auch das Verhalten des fertigen Materials.
Ein einfacher PU-Aufbau kann so aussehen:
**Oberstoff / PU-Beschichtung**
Ein 2-Lagen-TPU-Laminat kann so aufgebaut sein:
**Oberstoff / TPU-Membran**
Eine 3-Lagen-Konstruktion kann folgendermaßen aussehen:
**Oberstoff / TPU-Membran / gestricktes oder gewebtes Backing**
Diese Systeme sind nicht gleichwertig.
Selbst wenn alle drei Aufbauten dieselbe Wasserdichtigkeit erreichen, können sich Griff, Fertig-GSM, Geräusch und Eignung für den Endanwendungsbereich deutlich unterscheiden.
Eine Spezifikation wie:
„Wasserdichter Stoff, 10.000 mm“
lässt daher zu viele wichtige Punkte offen.
Einen umfassenderen Überblick über Leistungsanforderungen finden Sie in unserem Beitrag zu Spezifikationen für wasserdichte Stoffe.
Wie PU-beschichteter Stoff aufgebaut wird
Die PU-Beschichtung wird während der Ausrüstung direkt auf das Gewebe aufgebracht.
Je nach Produktanforderung kann das Beschichtungssystem angepasst werden.
Abhängig vom Grundgewebe und vom Coating-System können unter anderem variiert werden:
- Auftragsmenge
- Rezeptur
- Schichtdicke
- Auftragsverfahren
- Aushärtungsbedingungen
- Oberflächenfinish
Die Beschichtung wird damit Bestandteil des fertigen Materials.
Für viele Jacken, Futterstoffe, Regenbekleidung und funktionelle Anwendungen ist dies eine effiziente Möglichkeit, Wasserdichtigkeit und Windschutz zu erzielen, ohne eine separate Membran zu laminieren.
### Warum PU-Beschichtungen so häufig eingesetzt werden
PU-Beschichtungen bieten praktische Vorteile und können helfen, folgende Konstruktionen umzusetzen:
- relativ leichte Materialien
- kompakte Gewebe
- Windschutz
- Wasserdichtigkeit
- definierte Rückseitenoberfläche
- wirtschaftlich sinnvolle Lösungen
Für manche Anwendungen ist ein beschichteter Stoff einfacher und leichter als ein mehrlagiges Laminat.
Das Ergebnis hängt jedoch stark vom Coating-System ab.
Eine leichte PU-Auflage und eine deutlich höhere Auftragsmenge ergeben nicht dasselbe Material.
Auch der Grundstoff spielt eine entscheidende Rolle.
Ein sehr leichter 20D- oder 30D-Nylonstoff verhält sich anders als ein schwererer Polyester- oder Oxfordstoff.
### PU-Beschichtung kann den Griff deutlich verändern
Ein häufiger Fehler besteht darin, zuerst den Oberstoff freizugeben und die Beschichtung anschließend nur als technischen Zusatzschritt zu betrachten.
In der Praxis kann das Coating den Stoff stark verändern.
Nach der Beschichtung kann das Material:
- fester wirken
- weniger flexibel sein
- schwerer werden
- weniger luftdurchlässig sein
- anders fallen
- stärker oder anders rascheln
Deshalb sollte die Beurteilung am fertig beschichteten Material erfolgen.
Wenn der beschichtete Stoff zu steif ist, löst ein Wechsel des Obermaterials von Polyester zu Nylon das Problem nicht zwangsläufig.
Möglicherweise müssen auch Rezeptur, Auftragsmenge oder Prozessparameter angepasst werden.
Wie TPU-laminierter Stoff aufgebaut wird
Bei einem TPU-Laminat wird eine separate Membran aus thermoplastischem Polyurethan mit dem Oberstoff verbunden.
Je nach Bekleidungskonzept kann daraus ein 2L- oder 3L-System entstehen.
### 2-Lagen-Konstruktion
Ein typischer 2L-Aufbau lautet:
**Oberstoff / TPU-Membran**
Die Membran liegt auf der Materialinnenseite frei, sofern die Jacke nicht später mit einem separaten Futter ausgestattet wird.
Diese Lösung eignet sich für viele wasserdichte Jacken, bei denen die Bekleidungskonstruktion ohnehin ein Innenfutter vorsieht.
### 3-Lagen-Konstruktion
Ein typischer 3L-Aufbau ist:
**Oberstoff / TPU-Membran / Backer**
Als Backer kann ein leichtes Gestrick oder ein anderes textiles Trägermaterial eingesetzt werden.
Seine Funktion ist nicht nur optischer Natur.
Er kann die Membran schützen vor:
- Abrieb
- direktem Körperkontakt
- Reibung auf der Innenseite
- wiederholter Bewegung der Jacke
Ein 3-Lagen-Aufbau kann außerdem ein vollständiges Shell-Material bilden, das kein separates loses Futter benötigt.
Bei technischen Outdoorjacken ist das häufig ein wichtiger Konstruktionspunkt.
Wer **2-Lagen- und 3-Lagen-Stoffe** vergleicht, sollte deshalb nicht nur das Material betrachten, sondern auch den gesamten Jackenaufbau.
Gewicht, Griff, Geräusch und Packmaß
Die Wasserdichtigkeit ist nur ein Teil der späteren Nutzererfahrung.
Bei Jacken können andere physische Eigenschaften genauso wichtig sein.
### Fertiggewicht
Eine leichte wasserdichte Shell kann ein eng definiertes GSM-Ziel haben.
Beschichtung, Membran, Klebstoff und Backer erhöhen jeweils das Endgewicht.
Eine PU-beschichtete Konstruktion kann in manchen Projekten ein insgesamt leichteres System ermöglichen.
Ein TPU-Laminat bietet möglicherweise andere Vorteile, doch Membran und Bonding-System bringen ebenfalls Gewicht mit.
Ein 3-Lagen-Laminat enthält zusätzlich eine weitere textile Lage.
Deshalb sollten Einkäufer das **Fertig-GSM** vergleichen und nicht nur das Gewicht des Oberstoffs.
Ein Oberstoff mit 50 GSM bleibt nach Beschichtung oder Laminierung kein 50-GSM-Material.
### Griff
Nach der wasserdichten Ausrüstung kann sich der Griff deutlich verändern.
Ein zunächst weicher Stoff kann nach der PU-Beschichtung fester werden.
Ein Membranlaminat kann sich je nach Membran, Klebstoffsystem und Textilkonstruktion beispielsweise so anfühlen:
- glatt
- gummiartig
- raschelig oder crisp
- weich
- kompakt
- flexibel
Daher lässt sich ein „weicher wasserdichter Stoff für Outdoorjacken“ nicht allein über die Faserzusammensetzung definieren.
Entscheidend ist das fertig aufgebaute Materialmuster.
### Raschelgeräusch
Bei Outdoorjacken ist das Geräusch des Materials besonders relevant.
Einige Shell-Stoffe rascheln bei Bewegung deutlich.
Beeinflusst wird dies unter anderem durch:
- Dichte des Oberstoffs
- Garntyp
- Kalandrierung
- Beschichtung
- Steifigkeit der Membran
- Klebstoffsystem
- Backer-Konstruktion
Ein sehr technisch wirkender Stoff kann ungeeignet sein, wenn für eine urbane oder Hiking-Jacke ein weicher, leiser Griff gewünscht ist.
Anforderungen an geringe Geräuschentwicklung sollten deshalb schon in der Entwicklungsphase festgelegt werden – nicht erst nach der Bulk-Produktion.
### Packmaß
Ein ultraleichter Windbreaker oder eine Notfall-Regenjacke muss sich häufig auf ein sehr kleines Volumen komprimieren lassen.
Ein steiferes Laminat oder ein schwererer Backer kann das Packmaß erhöhen.
Für solche Produkte stehen oft folgende Punkte im Vordergrund:
- niedriges GSM
- dünner Aufbau
- weiches Faltverhalten
- geringes Volumen
Eine robustere 3L-Hiking-Shell kann dagegen etwas mehr Gewicht und Volumen akzeptieren, wenn dadurch Schutz und Nutzungsdauer verbessert werden.
Auch hier entscheidet die Anwendung.
Warum Oberstoff und Backer weiterhin entscheidend sind
Die wasserdichte Schicht funktioniert nicht isoliert.
Der Oberstoff bleibt ein wesentlicher Teil des fertigen Materials.
Eine TPU-Membran auf 20D-Nylon verhält sich zum Beispiel nicht genauso wie dieselbe Membran auf 75D-Polyester.
Die beiden Laminate können sich unterscheiden bei:
- Reißfestigkeit
- Abriebfestigkeit
- Gewicht
- Fall
- Oberflächenoptik
- Geräusch
- Dimensionsstabilität
- Fertiggriff
Darum ist eine Angabe wie:
„TPU-Membran, 10.000 mm“
keine vollständige Spezifikation.
### Oberstoff
Der Oberstoff bestimmt viele sichtbare und mechanische Eigenschaften der Jacke.
Einkäufer sollten unter anderem berücksichtigen:
- Faserzusammensetzung
- Denier
- Bindung
- Gewebedichte
- Ripstop-Konstruktion
- Stretch
- DWR
- Abriebanforderung
- Reißanforderung
- gewünschten Griff
Eine ultraleichte Hiking-Shell und eine wasserdichte Workwear-Jacke können beide TPU-Membranen nutzen, brauchen aber völlig unterschiedliche Oberstoffe.
Weitere Gewebekonstruktionen finden Sie in unseren Stoffkategorien.
### Backer
Bei einem 3-Lagen-Material beeinflusst auch der Backer den Gesamtaufbau.
Ein leichtes Gestrick kann die Membran schützen und das Material gleichzeitig relativ weich halten.
Ein schwererer oder dichterer Backer kann die Haltbarkeit erhöhen, aber gleichzeitig auch Folgendes steigern:
- GSM
- Steifigkeit
- Wärmeleistung
- Volumen
Wichtig ist außerdem die Verbundfestigkeit zwischen allen drei Lagen.
Ein 3L-Stoff sollte daher als komplettes Verbundsystem bewertet werden, nicht als drei voneinander unabhängige Materialien.
Die Wassersäule beschreibt nicht das gesamte Material
Die Wassersäule ist ein wichtiger Test für Wasserdichtigkeit.
Sie beantwortet jedoch eine konkrete Frage:
Wie viel Wasserdruck hält das geprüfte Material unter den festgelegten Prüfbedingungen aus?
Sie beschreibt nicht die gesamte Performance eines Jackenstoffs.
Zwei Materialien können beide 10.000 mm oder 20.000 mm erreichen und sich trotzdem völlig unterschiedlich anfühlen.
Das eine kann sein:
- leichter
- weicher
- leiser
- besser packbar
während das andere:
- schwerer
- robuster
- steifer
- abriebfester
sein kann.
Deshalb sollte ein wasserdichter Stoff nicht allein anhand der Wassersäule ausgewählt werden.
Mehr dazu erklären wir in 20.000 mm Waterproof Fabric.
### Atmungsaktivität braucht einen eigenen Test
Wasserdichtigkeit und Wasserdampfdurchgang sind unterschiedliche Eigenschaften.
Eine hohe Wassersäule sagt nicht automatisch aus, wie gut Wasserdampf durch das Material transportiert wird.
Ist Atmungsaktivität relevant, sollte der Käufer definieren:
- Prüfverfahren
- Zielwert
- fertigen Materialaufbau
- Zustand des Prüfmusters
Verschiedene Wasserdampfprüfungen liefern unterschiedliche Ergebnisarten. Deshalb muss das Verfahren immer mit angegeben werden.
### Haltbarkeit gehört zur Bewertung dazu
Die anfängliche Wasserdichtigkeit ist nur ein Prüfschritt.
Je nach Bekleidungsprogramm können zusätzlich Prüfungen nach folgenden Belastungen notwendig sein:
- Waschen
- Knicken oder Flexen
- Abrieb
- Alterung
- wiederholter Nutzung
Ein beeindruckender Ausgangswert bei der Wassersäule reicht nicht aus, wenn das Laminat später delaminiert oder die Beschichtung im geforderten Haltbarkeitstest an Leistung verliert.
### Auch die Nahtabdichtung ist entscheidend
Ein wasserdichter Stoff macht eine Jacke nicht automatisch wasserdicht.
Die Jacke hat Nähte.
Bei vielen Shell-Jacken müssen diese mit einem kompatiblen Nahtband abgedichtet werden.
Stofflieferant und Konfektionär sollten deshalb berücksichtigen:
- Oberfläche von Membran oder Beschichtung
- Kompatibilität mit dem Nahtband
- Bonding-Temperatur
- Druck
- Verarbeitungsgeschwindigkeit
- Bekleidungskonstruktion
Ein Stoff kann als flächiges Material den Wasserdichtigkeitstest bestehen und trotzdem Probleme verursachen, wenn das ausgewählte Nahtband nicht zuverlässig haftet.
Deshalb muss die komplette Konfektionskette bereits in der Stoffentwicklung berücksichtigt werden.
Fragen, die Einkäufer vor der Wahl der Konstruktion klären sollten
Vor der Entscheidung zwischen PU-Beschichtung und TPU-Laminierung sollte das Projekt möglichst genau definiert werden.
### 1. Welche Jacke soll entwickelt werden?
Geht es um eine:
- leichte Regenjacke
- Windbreaker
- Hiking-Shell
- Skijacke
- Workwear-Jacke
- Fahrradjacke
- Running-Jacke
- wasserdichte Casual-Jacke?
Die Produktkategorie bestimmt, welche Balance sinnvoll ist.
### 2. Welches Fertig-GSM ist vorgesehen?
Gemeint ist das Gewicht des fertigen Materials, nicht nur des Oberstoffs.
Ein Ziel von 120 GSM nach der Laminierung ist etwas völlig anderes als ein Grundstoff mit 120 GSM.
### 3. Welche Wasserdichtigkeit wird benötigt?
Nennen Sie die Ziel-Wassersäule und das Prüfverfahren.
Die Angabe „wasserdicht“ allein reicht nicht aus.
### 4. Ist Wasserdampfdurchgang gefordert?
Wenn ja, sollten Prüfverfahren und Grenzwert festgelegt werden.
Die Wassersäule darf nicht mit Atmungsaktivität gleichgesetzt werden.
### 5. Wie weich soll das Material sein?
Wenn der Griff wichtig ist, hilft ein physisches Referenzmuster.
Zum Beispiel:
„Wir brauchen diese Wasserdichtigkeit, aber das Material soll weicher und leiser sein.“
Damit erhält der Lieferant ein konkretes Entwicklungsziel.
### 6. Spielt das Stoffgeräusch eine Rolle?
Bei Hiking, Jagd, Urban Outdoor oder Premiumjacken kann das Raschelgeräusch die Produktwahrnehmung stark beeinflussen.
Dieser Punkt sollte vor der Bemusterung genannt werden.
### 7. Wird 2L oder 3L benötigt?
Wenn die Jacke ein separates Futter erhält, kann ein 2-Lagen-Laminat ausreichen.
Wenn das Material selbst auf der Innenseite eine textile Schutzlage benötigt, ist eine 3-Lagen-Konstruktion möglicherweise geeigneter.
Die richtige Antwort hängt vom Bekleidungsaufbau ab.
### 8. Wie wird die Rückseite geschützt?
Bei PU-beschichtetem Stoff kann die Beschichtung offen liegen oder durch das Jackenfutter geschützt werden.
Bei TPU-Laminaten kann die Membran in einem 2L-System offen liegen oder bei 3L durch einen Backer geschützt werden.
Diese Entscheidung gehört zur Bekleidungskonstruktion.
### 9. Welche Haltbarkeitstests sind vorgeschrieben?
Je nach Käufer können dazu gehören:
- Waschen
- Abrieb
- Reißfestigkeit
- Schälfestigkeit
- Wassersäule nach Wäsche
- Dimensionsstabilität
Die Tests sollten die reale Endanwendung abbilden.
### 10. Werden die Nähte getaped?
Wenn ja, sollte die Kompatibilität mit dem Nahtband vor der Bulk-Produktion geprüft werden.
Die endgültige Oberfläche der Beschichtung oder Membran ist dabei entscheidend.
### 11. Welches Preis- und Marktsegment ist vorgesehen?
PU-Beschichtung und TPU-Laminierung verwenden unterschiedliche Materialien und Fertigungsprozesse.
Die Kosten sollten daher zusammen mit folgenden Punkten bewertet werden:
- Performance
- Positionierung der Jacke
- Bestellmenge
- Zielgewicht
- Komplexität des Aufbaus
Die technisch komplexeste Lösung ist nicht automatisch die wirtschaftlich beste.
PU-beschichtet oder TPU-laminiert? Mit der Jacke beginnen
Es gibt keine allgemeingültige Regel, nach der PU-beschichteter Stoff besser wäre als TPU-Laminat oder eine TPU-Membran automatisch die höherwertige Lösung darstellt.
Beide Systeme lösen Wasserdichtigkeitsanforderungen auf unterschiedliche Weise.
Für manche Jacken bietet ein PU-beschichtetes Gewebe die richtige Balance aus Gewicht, Wasserdichtigkeit, Griff und Preis.
In einem anderen Projekt kann ein 2-Lagen-TPU-Laminat sinnvoller sein.
Für eine technische Shell, bei der die Membran geschützt und die Innenseite integriert sein soll, kann ein 3-Lagen-Aufbau der bessere Ausgangspunkt sein.
Die richtige Entscheidung entsteht aus dem Vergleich des gesamten Systems:
**Oberstoff + wasserdichte Schicht + Backer + Ausrüstung + Fertig-GSM + Prüfungen + Nahtabdichtung + Bekleidungsdesign**
Die Wassersäule gehört dazu.
Sie ist aber nicht die gesamte Entscheidung.
Wenn Sie eine wasserdichte Outdoorjacke entwickeln, können Sie unseren Prozess zur Stoffentwicklung ansehen und uns Jackentyp, Ziel-GSM, Anforderungen an Wasserdichtigkeit und Wasserdampfdurchgang, gewünschten Griff sowie bevorzugten Aufbau senden.
Dann können wir geeignete PU-beschichtete und TPU-laminierte Varianten ausgehend von der fertigen Jacke vergleichen, statt eine Konstruktion nur anhand eines einzelnen Prüfwerts zu wählen.
Als zusätzliche Branchenquelle für Sourcing und technische Textilthemen können Einkäufer außerdem Tex-Alliance nutzen. Tex-Alliance ist dabei keine Zertifizierungsstelle oder ausgewiesene Partnerschaft von CC Textile, sondern eine separate Branchenressource.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PU-beschichtetem Stoff und TPU-laminiertem Stoff?
Bei PU-beschichtetem Stoff wird Polyurethan direkt auf die textile Fläche aufgebracht. Bei TPU-Laminaten wird eine separate TPU-Membran mit dem Oberstoff verbunden. Dadurch können sich Gewicht, Griff, Geräusch, Schutz der Innenseite, Verarbeitung und Eignung für das Endprodukt deutlich unterscheiden.
Ist ein TPU-Laminat immer besser als ein PU-beschichteter Stoff?
Nein. Die passende Konstruktion hängt von der Jacke, dem Ziel-GSM, den Anforderungen an Wasserdichtigkeit und Wasserdampfdurchgang, dem Griff, der Haltbarkeit, der Nahtabdichtung und dem Preisziel ab. Für manche Produkte ist PU sinnvoller, für andere ein TPU-Laminat.
Was ist der Unterschied zwischen 2-Lagen- und 3-Lagen-Laminat?
Ein 2-Lagen-Laminat besteht in der Regel aus Oberstoff und wasserdichter Membran. Bei einer 3-Lagen-Konstruktion kommt ein textiles Backing hinzu, das die Membran schützt und Bestandteil des fertigen Shell-Materials ist.
Reicht die Wassersäule aus, um wasserdichte Jackenstoffe zu vergleichen?
Nein. Die Wassersäule beschreibt den Widerstand gegen hydrostatischen Druck unter definierten Prüfbedingungen. Sie sagt jedoch nichts über Griff, Endgewicht, Raschelgeräusch, Wasserdampfdurchgang, Laminierbeständigkeit, Nahtband-Kompatibilität oder den gesamten Tragekomfort aus.